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Antiquariat Neue Kritik

Neue Talmud-Lesungen

Emmanuel Levinas

Neue Talmud-Lesungen

 

Aus dem Französischen von Frank Miething

126 Seiten
13,5 x 21,0 cm
gebunden
ISBN 978-3-8015-0351-2
22,50 EUR

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Autor / Pressestimmen
 

Die drei Talmud-Lesungen des Bandes befassen sich mit dem Verhältnis des jüdischen Denkens zum griechisch-abendländischen Denken und Staatsverständnis, mit der Frage der Transzendenz, die für die Inspiration des Denkens durch die Berührung mit dem Anderen steht, sowie mit der Suche nach Identität und der Besinnung auf das Eigene.

 

Der moderne Mensch steht unter dem Einfluss so vielfältiger kausaler Ketten (Psychoanalyse, Soziologie, politische Ökonomie etc.), dass ihm der Sinn für das ihm Eigene verloren zu gehen droht. Levinas untersucht die Frage der Subjektivität, die in Europa eine lange Tradition hat. In der abendländischen Erkenntnistheorie wird sie als eine Frage der Erkenntnis behandelt, die immer vom Anspruch des Einzelnen, die Welt durch Wissen beherrschen zu wollen, ausgeht. Dabei kommt das zu kurz, was das Subjekt dem Anderen verdankt.

 

Auch die Lesung, die sich der Transzendenzfrage widmet, wendet das Thema ins Ethische. Jede Lektüre der Bibel, wie auch jedes Lesen von Literatur, ist ohne die Fähigkeit, sich selbst zu transzendieren, nicht möglich. Sogar im rationalen Denken entdeckten die Talmudisten (Levinas zufolge) das »Prophetische«, also die Dimension einer interpersonellen Kommunikation, die auf ethischer Grundlage steht.

 

Der Schlussband der Talmud-Exegesen von Emmanuel Levinas wird durch ein Nachwort des Übersetzers Frank Miething ergänzt.

Pressestimmen

So zeichnet sich Lévinas´ Schrifttum durch waghalsige Gegenwendigkeit aus: im Medium philosophischer Hermeneutik einen Gott zu beglaubigen, der mehr ist als nur heilspolitischer Fluchtpunkt säkularer Ränke; im Medium theologischer Exegese eine Welt zu bezeugen, die mehr ist als eine schlechte Kopie göttlicher Allvollkommenheit.

Michael Mayer, Berliner Zeitung

 

Über Abschnitte des Talmud hören, heißt über das Judentum hören, über Fragen, die die Menschheit als Ganze betreffen, die »den modernen Menschen umtreiben«. Immer wieder finden sich Grundaussagen zu Gegenstand und Methode, wie die zum biblischen Kanon, der »ausgestattet mit außerordentlicher Autorität«, auf alles eine Antwort enthält, wenn man seine Verse zu interpretieren weiß. Auf diese Weise eröffnet sich eine neue Ahnung dessen, was unter »Inspiration« zu verstehen ist. Und die Behauptung der Inspiration ist zugleich Bestandteil der Kritik am griechisch-philosophischen Denken (mit dem Levinas in einem ständigen aufklärerischem Gespräch steht), vor dessen Hintergrund die Motivlage der christlich-bibelkritischen Interpretation des »Alten Testaments« sichtbar wird.

Durch das ausführliche Nachwort des Übersetzers lassen sich manche Ahnungen und Eindrücke der vorangegangenen Lektüren erhellen: der biographische Teil verweist dabei aber zugleich auf das Geheimnis, das jenem Nach-Denken des Verborgenen, des Transzendenten innewohnt.

Peter Noss, Im Gespräch

 

Die deutschsprachige Literatur über den Talmud ist um ein wichtiges Werk bereichert worden.

Yizhak Ahren, Allgemeine Süddeutsche Wochenzeitung

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